27. Sep. 2018

Ökologie & Nachhaltigkeit im Badezimmer

Tipps für mehr Ökologie und Nachhaltigkeit im Badezimmer

Der Schutz unserer Umwelt, der sparsame Umgang mit Ressourcen und die Folgen der Wegwerfgesellschaft scheinen zurecht eines der dringendsten Themen zu sein, über die wir aktuell diskutieren. Dabei gilt es, notwendige Schritte nicht durch leere Phrasen zu ersetzen. Wie Ökologie und Nachhaltigkeit im konkreten Fall Badezimmer aussehen kann, haben wir uns für Sie mal genauer überlegt.

Alles beginnt bei der Einrichtung.

Bereits bei der Einrichtung tut man gut daran, nachhaltig zu planen. Auf einem guten Fundament baut sich die ökologische Lebensweise schon besser. Dabei achtet man vor allem auf die Verwendung der Materialien. Naturstoffe, wie Stein, Holz und Glas machen sich besser in einem nachhaltigen Badezimmer als Plastik und PVC.

Außerdem sollte man auf die Ökobilanz der einzelnen Einrichtungsgegenstände achten. Sie dokumentiert, wie nachhaltig der Herstellungsprozess, die Benützung und die Entsorgung des Gegenstandes sind. Dabei werden sogar die Hersteller an sich unter die Lupe genommen und die Langlebigkeit der Produkte sozusagen ausgemessen.

Bei der Benutzung selbst bezieht man den sparsamen Betrieb mit ein: LED-Beleuchtung, gedrosselte WC-Spülung, wassersparender Duschkopf und Waschmaschine mit einer guten Energieeffizienz. Simplere Gegenstände kann man auch via Upcycling bekommen, etwa indem man sich die Badematte aus ungebrauchten Textilien oder ehemaligen Weinkorken herstellt.

Kosmetika: Die Chemie hat ausgedient.

Was man der Umwelt tut, tut man auch sich selbst. Nirgends gilt das (vor allem in Bezug auf das Badezimmer) eher, als bei den Kosmetika. Naturprodukte greifen den eigenen Körper weniger an, belasten ihn nicht unnötigerweise mit schädlichen Stoffen. Mikroplastik im Peeling und Silikone im Shampoo waren gestern.

Bei den Mittelchen, die unserer Hygiene und Schönheit förderlich sein sollen, gibt es noch weitere Aspekte, die man beachten kann. Eines ist die Müllproduktion (wie wir im entsprechenden Kapitel noch ausführen werden) das andere sind die Testverfahren. Unzählige von kosmetischen Produkten werden nämlich in Tierlabors unter unmenschlichen und alles andere als artgerechten Bedingungen getestet. Glücklicherweise gibt es Alternativen.

Natürliche Putzmittel – von Natur aus sauber.

Es scheint gemeinhin bekannt, dass man hartnäckigen Flecken im Haushalt nur mit besonders aggressiven Mitteln Herr wird. Am besten funktioniert das angeblich mit pinken Flaschen, die in der Werbung himmelschreiend angepriesen werden. Wie gut, dass das so nicht stimmt.

Mit einem Arsenal an Waschsoda (Natriumcarbonat), Natron (Natriumhydrogencarbonat), Essigessenz, Zitronensäure, Kernseife und Wasser rückt man dem Dreck genauso gut zu Leibe, wie mit der berühmten Chemiekeule. Dazu gesellen sich langlebige Putzutensilien, wie Schwämme und Tücher, die länger halten, als die Putzmittel selbst, und man ist bereits auf gutem Weg.

Müllvermeidung

Zu einem nachhaltigen Lebensstil gehört der verantwortungsbewusste Umgang mit Gegenständen ganz generell und mit Ressourcen. Viele Dinge werden allerdings nicht als solche angesehen, sondern von vorn herein wie Müll und ein Wegwerfprodukt behandelt. Zu erkennen, dass weite Teile des Mülls vermeidbar wären, gilt als der erste Schritt. Folgend eine bei weitem nicht vollständige Liste von Möglichkeiten, den Mülleimer im Badezimmer nicht so oft füttern zu müssen:
  • Zahnbürste mit Mehrweggriff (oder eine Zahnbürste aus abbaubaren Materialen)
  • Stabile Rasierer ohne Plastikteile mit hohem Verschleiß
  • Deo, Seife, Shampoo, Parfum, Rasierseife, Waschmittel, etc. in fester Form, welche weniger (Plastik-)Verpackungen benötigen
  • In Großpackungen und mit Karton- oder Papierverpackungen kaufen
  • Tampons und Binden durch eine Menstruationstasse ersetzen
  • Ungetragene T-Shirts oder andere Textilien zur Gesichtsreinigung statt Wattepads oder (je nach Zustand) als Putzlappen verwenden

Wasserverbrauch

Beim Wasserverbrauch scheinen wir uns einig zu sein: so wenig Wasser wie möglich brauchen. Eher duschen statt baden und den Wasserhahn nicht unnötig laufen lassen. Warum wir das tun, darüber denken die wenigsten nach. Tatsächlich leben wir in Mitteleuropa in vergleichsweise wasserreichen Gebieten und es herrscht immerhin ein Wasserkreislauf, also weniger wird es ja nicht.
Die Krux mit dem Wasserverbrauch liegt tatsächlich nicht in der Menge des ‚verbrauchten‘ Wassers, sondern in dessen Aufbereitung. Je mehr Wasser durch unseren Gebrauch verschmutzt wird, desto mehr davon muss auch wieder energiefressend gereinigt werden. Außerdem duscht man sich nicht gern mit Wasser, das die Temperatur des Grundwassers hat. Das Erhitzen des Wassers birgt also eine zusätzliche Belastung für die Umwelt.

Welches Verhalten in Bezug auf den Wasserverbrauch ist nun sinnvoll? Nun ja, die Klassiker: Duschen statt baden, beim Duschen den ungebrauchten Wasserstrahl abdrehen oder den Strahl regulieren, nur volle Waschmaschinen waschen und das Sahnehäubchen wäre noch das Brauchwasser für die WC-Spülung zu verwenden.

Utensilien aus Naturmaterialen

Wenn Sie sich einmal in Ihrem Badezimmer umsehen, werden Sie erkennen, wie viel eigentlich aus (potentiell giftigen und umweltschädlichen) Kunstoffen hergestellt ist. Von der WC- bis zur Haarbürste fällt einem da so einiges auf. Glücklicherweise kann man die meisten davon durch Dinge wie Metall oder am besten Holz ersetzen.

Gerade Bürsten aller Art haben eine lange handwerkliche Tradition. Vielleicht findet man in der Umgebung noch Unternehmen, die noch hochwertige Haarbürsten, Rasierpinsel, Kämme und sämtliche andere Bürsten aus natürlichen Materialien und in Handarbeit herstellen.

Auch bei Textilien kann auf Synthetik verzichtet und auf Langlebigkeit gesetzt werden. Zu Biobaumwollhandtüchern zu greifen, wenn’s denn neue sein sollen, oder einfach Handtücher nicht dem schamlosen Verschleiß auszusetzen, ist ein Ansatz, der zum nachhaltigen Verhalten im Badezimmer beiträgt.

Bei Dingen wie dem Duschvorhang wird’s schwierig. Es gibt kaum Angebot, wenn es darum geht durch eine flexible, textile Wand Wasser aus dem Brausekopf vom Badezimmerboden fernzuhalten. Da hilft nur nach schadstoffarmen, PVC-freien Varianten Ausschau zu halten, oder – wenn denn möglich – eher ein paar Euro mehr für eine ordentliche Duschwand aus Glas hinzulegen.